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Tagungsbericht "Absolventenstudien und Qualitätsmanagement: Best Practice an deutschen Hochschulen"

Den Einführungsvortrag hielt Prof. Dr. Uwe Schmidt vom Zentrum für Qualitätsentwicklung der Universität Mainz zum Thema "Absolventenstudien: Aussagekraft und Handlungsrelevanz retrospektiver Bewertungen des Studiums". Sein Vortrag machte deutlich, dass das Potential von Absolventenstudien für die Bewertung von Studiengängen sehr hoch ist. Unsicherheit besteht bei den Hochschulen hinsichtlich der Verwendung der Ergebnisse in den Hochschulen. Mitarbeiter des Qualitätsmanagements sollten daher stärker die Rolle des Übersetzers für Lehrende und Hochschulleitungen einnehmen.

Ausgangspunkt des Vortrags "Zum Mehrwert von Absolventenstudien für das Qualitätsmanagement: Ergebnisse der Evaluation der Bayerischen Absolventenstudien" von Dr. Susanne Falk, Dr. Manuela Gronostay und Dr. Maike Reimer war die wachsende Bedeutung der Qualitätssicherung von Studium und Lehre, die entsprechende Instrumente im Bereich der Qualitätssicherung notwendig macht. In dem Vortrag wurden die Bayerischen Absolventenstudien (BAS) vorgestellt und die Ergebnisse einer Evaluation der BAS berichtet. In dem Vortrag wurde deutlich, dass das Potential von Absolventenstudien für das Qualitätsmanagement an vielen Hochschulen noch nicht ausgeschöpft wird.

In den Best Practice der deutschen und österreichischen Hochschulen wurde deutlich, auf welch vielfältige Weise Hochschulen mit Absolventendaten arbeiten.  Absolventenbefragungen stellen neben Studierendenbefragungen eine wichtige Grundlage des Qualitätsmanagements von Studium und Lehre dar und werden für Monitoring, Akkreditierung, Studiengangsweiterentwicklung, Einrichtung neuer Studiengänge, Hochschulmarketing etc. genutzt.

In dem Vortrag von Dr. Christopher Schmidt und Nicole Scherber "Absolventenstudien an der Universität Erlangen-Nürnberg – Einbindung und Wirkung" wurde gezeigt, wie Absolventendaten in die Hochschulentwicklung eingebunden sind, indem sie zur Überprüfung der in den Leitbildern artikulierten Profilierungsziele eingesetzt werden.

Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Bock stellte in seinem Vortrag "Absolventenstudien und Qualitätsmanagement an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg" vor, wie in seiner Hochschule Absolventenstudien neben Studierenden- und Abbrecherbefragungen zur  Überprüfung der Qualitätsziele eingesetzt werden. Eine große Bedeutung hat der jährliche SIL-Bericht (Statistik-Indikatoren-Lehre-Bericht), in dem Ergebnisse zu Betreuung, Beratung, Zufriedenheit, Praxis- und Forschungsbezug etc. auf Ebene der Fakultäten zusammengefasst werden.

Das "Absolventen-Monitoring an der Uni Graz", das von  Bianca Thaler und Marina Zeldovich vorgestellt wurde, ist ein besonders innovativer Ansatz, bei dem Absolventeninformationen mit Daten der Sozialversicherung von Absolventinnen und Absolventen verknüpft werden. Hierüber können Erkenntnisse über die berufliche Entwicklung der in Österreich verbleibenden Akademiker gewonnen werden.

In dem Vortrag "Daten als Basis für einen Entwicklungsdialog? Das Beispiel der Universität Bochum" von Jennifer Pätsch und Dr. Judith Ricken wurde auf sehr anschauliche Weise gezeigt, welchen Mehrwert die Verknüpfung von verschiedenen Datenquellen aus der Hochschulstatistik und Absolventendaten erzeugen. An dem Beispiel „Gründe für die Überschreitung der Regelstudienzeit“ machten sie deutlich, wie aus den Ergebnissen der Absolventenbefragung konkrete Handlungsempfehlungen für den Workload von Studiengängen gezogen werden.