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Monitoring der Entwicklung der Studierendenzahlen im Zuge des Ausbauprogramms der staatlichen Universitäten und Fachhochschulen

 

Gegenstand:

Aufgrund der Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien von neun auf acht Jahre haben in Bayern im Jahr 2011 zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig die Schulen verlassen. Um den daraus resultierenden steigenden Studierendenzahlen ein adäquates Studienangebot zu unterbreiten, hat die bayerische Staatsregierung bereits im Jahr 2007 ein umfassendes Ausbauprogramm der staatlichen Universitäten und Fachhochschulen eingeleitet. Insgesamt wurden 38.000 zusätzliche Studienplätze aufgebaut, verteilt auf Standorte und Studienfelder. Um die Nachfrage des Studienangebots durch die Studierenden zu überprüfen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und Nachsteuerungsbedarf zu erkennen, wird im Rahmen dieses Projekts die Entwicklung der Studienanfänger- und Studierendenzahlen getrennt nach Hochschulen und Studienfeldern kontinuierlich verfolgt. Der doppelte Abiturjahrgang und die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 werden sich auf die Studierendenzahlen auch in den kommenden Jahren noch auswirken.

 

Aktueller Stand und Ergebnisse: 

 Nach Vorliegen der Daten aus der amtlichen Hochschulstatistik für das Studienjahr 2012 wurde im Frühjahr 2013 für den Lenkungsausschuss „Steigende Studierendenzahlen“ des Wissenschaftsministeriums ein Bericht zur Entwicklung der Studienanfänger- und Studierendenzahlen an den staatlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften erstellt.

Aufgrund der Abschlusstermine des doppelten Abiturjahrgangs in Bayern in der ersten Jahreshälfte 2011 war im Studienjahr 2011 (Sommersemester 2011 und Wintersemester 2011/2012) ein deutlicher Anstieg der Studienanfängerzahlen auf rund 79.000 an den staatlichen Hochschulen zu verzeichnen. Demgegenüber sind im Studienjahr 2012 (Sommersemester 2012 und Wintersemester 2012/2013) die Studienanfängerzahlen um rund 14.000 auf insgesamt 65.000 erwartungsgemäß zurückgegangen.

Die Zahl der Studierenden insgesamt ist gegenüber 2011 weiter gestiegen und hat im Wintersemester 2012/2013 mit fast 307.000 einen neuen Höchststand erreicht.

Zur Beurteilung des Ausbauprogramms wird der Zeitraum vom Basisjahr 2005 bis 2012 untersucht. Im Jahr 2012 sind im Vergleich mit 2005 insgesamt rund 18.500 zusätzliche Studienanfänger zu verzeichnen, was einem Zuwachs von rund 40 Prozent entspricht. An den Universitäten lag der Anstieg bei etwa 25 Prozent und an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sogar bei 74 Prozent. Hinsichtlich der Entwicklung getrennt nach Studienfeldern zeigt sich der stärkste Zuwachs in der Gruppe der Ingenieur- und Naturwissenschaften. Die Zahl der Studienanfänger hat sich dort gegenüber dem Basisjahr 2005 um mehr als 56 Prozent erhöht. Der zweitgrößte Zuwachs tritt mit rund 53 Prozent in der Gruppe der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften auf. 

Abbildung: Entwicklung der Studienanfängerzahlen an den staatlichen Universitäten und Fachhochschulen in Bayern bezogen auf Studienfeldgruppen

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, eigene Berechnungen


Im Ergebnis zeigen sich – mit leicht unterschiedlichen Entwicklungen an den einzelnen Hochschulen – weiterhin sehr hohe Studienanfängerzahlen, die deutlich über dem Niveau aus dem Jahr 2005 liegen, insbesondere an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und in den MINT-Fächern. Die Entwicklung verläuft somit im Sinne des Ausbauprogramms.

Volker Banschbach