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Herzlich willkommen auf der Informationsseite der 11. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung zum Thema

„Neue Formen der Governance in Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Forschungsstand und -perspektiven“

Kardinal-Wendel-Haus der Kath. Akademie Bayern, München, 06.–08.04.2016


Das Hochschul- und Wissenschaftssystem durchläuft seit den 1990er Jahren zahlreiche dynamische Veränderungsprozesse, welche die Hochschulforschung wissenschaftlich untersucht und begleitet hat. Das Verständnis dieser Veränderungsprozesse und eine Analyse ihrer Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des deutschen Hochschul- und Forschungssystems sind von großer Bedeutung für die Wissenschaft selbst wie für die Wissenschaftspolitik. Dies ist ein Gegenstand von Governance-Forschung.

Unter dem Begriff „Governance“ beschäftigen sich mehrere Disziplinen seit etwa 30 Jahren sowohl mit den Mechanismen der wechselseitigen Koordination unterschiedlicher Akteure als auch mit Steuerungs-instrumenten wie Hierarchie, Wettbewerb, Netzwerk und deren Interdependenz. Die Governance-Forschung hat sich seither zu einem dynamischen Forschungsgebiet in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit einem breiten Spektrum von Anwendungsmöglichkeiten entwickelt und auf diese Weise auch Eingang in die Hochschul- und Wissenschaftsforschung gefunden.

Im Hochschulbereich wird Governance häufig mit neuen Steuerungsmodellen (wie Zielvereinbarungen, leistungsorientierte Mittelzuweisung ...) im Rahmen des New Public Management (NPM) in Verbindung gebracht. Hier ist es zu Veränderungen der klassischen Beziehungen zwischen Staat, akademischer Profession und Markt gekommen. Der Staat hat Entscheidungskompetenzen auf die Hochschulen verlagert, die Stellung von Präsidien und Dekanaten gestärkt, Wettbewerbselemente eingeführt, und sich auf eine indirekte Steuerung über strategische Zielsetzungen konzentriert. In einigen Ländern lassen sich aller-dings auch bereits wieder Tendenzen einer stärkeren direkten Einflussnahme durch Wissenschaftsministerien beobachten.

Die gesamte Entwicklung – die auch den Sektor der außeruniversitären Forschungseinrichtungen betrifft – wird begleitet durch den Ausbau von Controlling-Systemen, wie z.B. dem Berichtswesen, und der zu-nehmenden Bedeutung des Wissenschaftsmanagements. Neue interne Verwaltungseinheiten (z.B. Qualitätssicherung) und externe Organisationen (z. B. für Akkreditierung, Evaluationen und Rankings aller Art) fordern eine objektive und vergleichbare Leistungsmessung. Kritisch diskutiert wird in der Wissenschaft, dass dabei „die falschen Dinge“ erfasst werden und steuerungswirksam werden.
Neben der Einführung von NPM-Instrumenten, der Umsetzung des Bologna-Prozesses, einem steigenden Wettbewerbsdruck durch die Drittmittelfinanzierung und anderen Veränderungen reagieren die Hoch-schulen auf neue aktuelle Herausforderungen, wie sie etwa die demographische Entwicklung mit sich bringt (steigende Studierendenzahlen, aber auch neue gesellschaftliche Aufgaben - „Third Mission“) oder die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung. Universitäten und Fachhochschulen fusionieren (z. B. Brandenburgische Technische Universität), bilden mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und zum Teil Partnern aus der Industrie neue hybride Organisationsformen (z. B. Karlsruher Institut für Technologie – KIT oder Berliner Institut für Gesundheitsforschung – BIG) sowie regionale oder länderübergreifender Verbünde („Wissensregionen“), in denen sie gemeinsame strategische Zielsetzungen verfolgen.

Ziele der Tagung sind:

 

Die Tagung wird vom Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) ausgerichtet. Dieses Jahr werden erstmals neben der traditionellen Vortragsform auch Vorträge im PechaKucha-Format abgehalten. Zwar finden auch bei diesem Format Vortrag und Diskussion statt; allerdings werden Vorträge und Diskussionen aller Vortragenden organisatorisch zusammengefasst. Somit tragen zuerst alle ReferentInnen unmittelbar hintereinander vor, anschließend werden die Vorträge in Kleingruppen mit dem/r jeweiligen ReferentIn diskutiert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich die Zuhörerschaft zuerst einen kompakten Überblick über die wichtigsten Inhalte verschaffen und dann anschließend in kleinem Rahmen mit den Vortragenden diskutieren kann. Die in einer Session zusammengefassten Vorträge dauern jeweils 5 Minuten, für die Diskussionsrunden stehen je 10 Minuten zur Verfügung. In den eineinhalbstündigen PechaKucha-Sessions werden jeweils fünf Vorträge dargeboten. Dieses Format wird in allen drei Tracks angeboten.