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Die regional-ökonomische Wirkung von Hochschulstandorten in Bayern

 

Gegenstand:

Hochschulen sind zunehmend mit der Erwartung konfrontiert, ökonomisch verwertbare Forschungsergebnisse hervorzubringen, hoch qualifizierte Arbeitskräfte bedarfsgerecht auszubilden und die regionale Innovationsfähigkeit zu stärken. Bildung und Wissenschaft werden in dieser Debatte als zentrale regionale Standortfaktoren angesehen. In strukturschwachen Regionen kann die Präsenz von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen ein wichtiger Hebel zur Beschleunigung wirtschaftlicher Entwicklungsprozesse sein. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt die regional-ökonomische Wirkung von bayerischen Hochschulstandorten. Dabei stehen zwei entscheidende regional-ökonomische Fragestellungen im Mittelpunkt: (1) Welche regional-ökonomischen, hochschulspezifischen, studienfachspezifischen und individuellen Faktoren beeinflussen die Arbeits- und Wohnortwahl von Hochschulabsolventen und -absolventinnen? (2) Welchen Einfluss haben Hochschulabsolventen und ihre Standortwahl neben anderen Wirkungsfaktoren von Hochschulen (z. B. FuE-Aktivitäten, Hochschulpatente) auf die regionale Wirtschaft?

 

Aktueller Stand und Ergebnisse:

Abbildung: Regionale Verteilung der Anzahl der bayerischen Hochschulabsolventen bei der ersten Erwerbstätigkeit

 

Die Auswertungen zur ersten Fragestellung sind weitgehend abgeschlossen. Es zeigt sich, dass Hochschulabsolventen, die an städtischen Hochschulstandorten und in einkommensstarken Regionen studieren, seltener den Studienort verlassen. Die regionale Arbeitslosenrate hat hingegen keine Auswirkungen auf die Arbeits- und Wohnortwahl von Hochschulabsolventen. Zudem zeigt sich, dass diese Effekte gleichermaßen für „Einheimische“ wie „Zugereiste“ gelten.

Für Zugereiste haben regionale Faktoren des früheren Wohnortes keine Bedeutung. Rückkehrer ziehen eher aus familiären Gründen zurück und haben vergleichsweise schlechte Noten in Schule und Studium. Zudem verdienen sie weniger als mobile Absolventen, die an neue Orte umziehen. Weitere Analysen zeigen, dass es Hochschulen für angewandte Wissenschaften besser als Universitäten gelingt, Absolventen in eher strukturschwachen Regionen zu halten.

 

Vortrag:

Kratz, Fabian; Lenz, Thorsten: Räumliche Mobilität während der Bildungskarriere und Berufserfolg von Hochschulabsolventen. Deutsche Gesellschaft für Soziologie. Sektion: Räumliche Mobilität. Hamburg, März 2013

 

Fabian Kratz, Thorsten Lenz